Verein für betreuten Umgang e.V. (VbU)

Online-Beratung

Die Frage nach Umgang stellt sich immer dann, wenn die Eltern eines Kindes getrennt leben.
Umgang setzt ein Mindestmass an Absprachen zwischen den Elternteilen voraus, die nicht immer einfach zu treffen sind, da die Eltern sich häufig nach zum Teil heftigen Konflikten und Auseinandersetzungen voneinander getrennt haben.
Fällt es den Eltern aufgrund solcher Probleme schwer, den Umgang mit dem Kind bzw. den Kindern selbständig zu regeln, kann der Umgang von erfahrenen Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen des VbU e.V. professionell begleitet werden.

Für Kinder ist die Trennung oder Scheidung der Eltern ein schwerwiegendes und einschneidendes Lebensereignis.
Kinder können diese Veränderung ihrer Lebensumstände für sich selbst nur schwer erklären, da sie an der Trennungsentscheidung nicht mitgewirkt, die schmerzhaften Gefühle der Eltern nicht unmittelbar erlebt haben, die oft dramatischen Ereignisse nicht wirklich verstehen können.
Bindungstheoretische Forschungen zeigen, dass es für die weitere Entwicklung von Kindern sehr wichtig ist, kontinuierliche und kindgerechte Kontakte zu den Personen aufrechtzuerhalten, zu denen sie in ihrer frühen Kindheit und beim Heranwachsen soziale und emotionale Bindungen aufgebaut haben.

Die betroffenen Kinder stehen für den VbU e.V. und seine MitarbeiterInnen immer im Mittelpunkt mit ihrem Recht auf kindgerechten Umgang mit beiden Elternteilen.
Auch Großeltern, Geschwister, Stiefelternteile und Pflegeeltern haben ein solches Recht.
Genaueres ist nachzulesen unter §§ 1684 und 1685 BGB.


Das Ziel des begleiteten Umgangs ist die Anbahnung, Wiederherstellung oder Weiterführung der Umgangskontakte zwischen dem Kind und dem Elternteil, bei dem es nicht lebt.
Der VbU e.V. stellt für die Dauer der einzelnen Umgangskontakte geeignete Räume und qualifizierte Fachkräfte zur Verfügung (Diplom PsychologInnen, Diplom PädagogInnen, SozialpädagogInnen, teilweise mit Zusatzausbildungen in Mediation, Supervision oder systemischer Familientherapie u.a.).
Die Fachkräfte erarbeiten zusammen mit den Eltern tragfähige und nachhaltige Lösungsmodelle für einen selbständigen und eigenverantwortlichen Umgang.
Durch begleitende Beratungsgespräche werden Unsicherheiten und Ängste der am Umgang Beteiligten aufgenommen und bearbeitet, die kindgerechte Kommunukation und Interaktion zwischen Eltern und Kind gefördert.
Die regelmässigen Umgangskontakte ermöglichen dem Umgangsberechtigten seine Verantwortung als Elternteil kontinuierlich übernehmen zu können und verlässlich am Leben seines Kindes teil zu haben.
Dem Umgangsgewährenden - das ist der Elternteil, bei dem das Kind lebt - bieten die beratenden Gespräche Möglichkeiten zu einer konstruktiven Auseinandersetzung mit dem Umgangssuchenden in einem geschützten Raum und unter professioneller Moderation.
Der Umgangsgewährende kann im Rahmen des begleiteten Umganges erleben, wie der Kontakt zwischen dem getrennt lebenden Elternteil und dem Kind für die Entwicklung des Kindes förderlich sein kann und eine entlastende Funktion für den Umgangsgewährenden haben kann.


Begleiteter Umgang kann sinnvoll und notwendig sein, wenn u.a. folgende Problemstellungen vorliegen und ein Umgangskontakt dem Wohl des Kindes dient:

° Entfremdung des Kindes vom Umgangssuchenden

° Fehlender Kontakt oder längere Kontaktunterbrechung

° Fehlende Kommunikationsbereitschaft der Umgangsbeteiligten

° Unzureichende Erziehungskompetenz

° Suchtmittelabhängigkeit des Umgangssuchenden

° Psychiatrische Erkrankung des Umgangssuchenden

° Verdacht des sexuellen Missbrauchs des Umgangssuchenden

° Verdacht der körperlichen Misshandlung durch den Umgangssuchenden

° Gefahr des Kindesentzugs

° Fehlende Gewährleistung der Versorgung und der Sicherheit des Kindes


Zu Beginn des Umgangs - der Umgangsanbahnung - werden Gespräche aufgrund des hohen Konfliktpotentials der Eltern meist als Einzelgespräche geführt. Später wird nach Möglichkeit zu gemeinsamen Elterngesprächen übergegangen.
In der Vorbereitungsphase stellt der VbU e.V. den Beteiligten Erwachsenen, sowie den Kindern seine Räumlichkeiten vor, damit sich jeder bei den kommenden Umgängen schon ein wenig heimisch fühlt.
Die Beteiligten können dabei ihre individuelle Situation und ihre Wünsche bezüglich der Umgangsbegleitung darlegen und unsere MitarbeiterInnen erläutern die Rahmenbedingungen des Vereins:

° Einzelgespräche sind für alle Beteiligten verpflichtend; gemeinsame Gespräche werden angestrebt und sollten zum Ende der Umgangsbegleitung unbegleitet und in sachlicher Form stattfinden können.

° Inhalte der Gespräche betreffen ausschliesslich den Umgang und den Umgang beeinflussende Themen (z.B. werden Alkoholprobleme des Umgangssuchende nur insofern thematisiert, als sie Schwierigkeiten beim Umgang selbst verursachen).

° Neutralität gegenüber den Beteiligten wird in jedem Fall gewahrt; Parteilichkeit kann und wird es nur gegenüber dem Kind geben.


° Eine detaillierte Eingangsvereinbarung über die Umgangsmodalitäten wird zu Beginn gemeinsam mit den beteiligten Erwachsenen schriftlich festgelegt (z.B. wer bringt das Kind, wer holt es ab, wie soll das Kind auf den Umgang vorbereitet werden, usw.) und gilt als verbindlich. Dabei werden die Wünsche des Kindes selbstverständlich berücksichtigt.

° Es muss für alle Beteiligten das Ziel sein, zukünftig den Umgang ohne professionelle Begleitung durchführen zu können. Deshalb wird eine schriftliche Endvereinbarung angestrebt, die alle wesentlichen Regelungen den Umgang betreffend enthält und auch für die Zeit nach dem begleiteten Umgang beim VbU e.V. für alle Beteiligten bindend ist.

° In einer Hilfekonferenz beim zuständigen Jugendamt wird geklärt, wann, in welcher Zeit und mit welchen Zielen der begleitete Umgang eingesetzt werden soll. Mit dem Kind werden dessen Wünsche und Bedürfnisse besprochen, falls es diese formulieren kann. Ängste und Widerstände des Kindes werden in Erfahrung gebracht und Sicherheit und Vertrauen vermittelt.


Ziel des Begleiteten Umgangs durch den VbU e.V. ist, neben dem Recht des Kindes auf Kontakt zu beiden Elternteilen, eine tragfähige und kontinuierliche Umgangsregelung mit den Beteiligten zu erarbeiten, die auf Respekt und gemeinsamer Verantwortlichkeit für die Entwicklung und Förderung des Kindes beruht.

Diese Hilfe findet in Kooperation mit dem Sozialpädagogischen Dienst (Jugendamt) statt.

Begleiteter Umgang § 18,3 SGB VIII

Was ist begleiteter Umgang?

Ziele des begleiteten Umgangs

Indikationen für einen Begleiteten Umgang

Durchführung des Begleiteten Umgangs

Der VbU e.V. ist Mitglied des Fachverbandes Begleiteter Umgang Berlin