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Leitung: Eva-Maria Schütter TeilnehmerInnen: Heike mit Ronja und Dilan, Miriam mit Fatima, Susu, Ali und Mahdi Alter der Kinder zwischen 5-11 Jahren
Bericht der Leiterin der Freizeitgruppe des VbU
Mit der U-Bahn ging es zuerst zum Potsdamer Platz und zu Fuß von dort zur Besichtigung des Holocaust Mahnmals. Die Kinder fanden den labyrinthischen Charakter des Mahnmals zuerst spannend, haben sich versteckt und gesucht. Es war interessant zu beobachten, wie nach und nach der unheimliche Charakter der verschieden hohen Stelen, die sich wie ein steinernes Maisfeld einander zu und wegneigten, die Kinder beeinflusste, neugierig machte und zugleich ein wenig ängstigte.
Am Rand des Stelenfeldes habe ich den Kindern von Religionen erzählt, wobei ich mich auf den Muslimischen, Jüdischen und Christlichen Glauben beschränkt habe. Die Kinder wussten erstaunlich viel zu diesem Thema, und da sie alle aus Familien mit muslimischen Hintergrund stammen, ist anders zu sein, sich für etwas, das man ist, erklären zu müssen (oder glaubt erklären zu müssen) für sie nichts abstraktes. Zu ihren Assoziationen im Stelenfeld befragt, variierten die Eindrücke der Kinder zwischen dem Gefühl von Eingeschlossen-sein und Hinaus-wollen und zugleich einem Auseinanderlaufen und Zueinanderfinden-wollen.
Wir haben in einem der Souvenirläden in der Nähe Kataloge gefunden, die mit ihren Bildern den Kinder den Eindruck vom innen des Holocaust Mahnmals präsent halten sollten, denn danach sind wir zu einem Perspektivwechsel zu dem nahe des Stelenfeldes stehenden Riesenrad marschiert und haben uns das steinerne Wogen von oben angesehen. Anhand dieser Verschiebung von Eindruck und Perspektive war es möglich, über Religion und Glauben zu sprechen, und sogar den beiden Jüngsten war der Unterschied von "drin stecken und sich verlaufen" und von "von oben ist es gar nicht so groß und überall kommt man raus" durchaus deutlich.
Inzwischen waren wir gut 3 Stunden unterwegs, und bevor wir uns christlichen Bräuchen zuwandten, habe wir nach einem Einkauf bei Aldi in den Potsdamer Platz Arkaden ein Picknick am Brunnen im Erdgeschoss gemacht.
Gestärkt ging es dann über den Weihnachtsmarkt, wo dem Eindruck von den grauen schweren Steinen des Mahnmals nun vorweihnachtlich-christliche Fröhlichkeit und buntes Treiben folgte. Im Zusammenwirken von Zuckerwatte und kandierten Äpfeln konnten eventuelle Reste der dunklen Labyrinth-Geister in den Köpfen der Kleineren schnell vertrieben werden.
Gegen 16.30 Uhr bin ich dann mit den Kindern allein im VBU eingetroffen, die Kleineren haben gespielt, die elfjährige Fatima hatte noch manche Frage zu den Eindrücken des Ausflugs auf der Seele... So haben wir den Tag ohne Mütter ausklingen lassen, bis Dilan und Ronja um 17.30 abgeholt wurden. Die restlichen Kinder habe ich gegen 18.30 nach Hause gebracht, von wo ich dann selbst, beschwingt von einem sehr schönen Ausflugstag, den Heimweg angetreten habe. |